Nauheim-Online: Aktuelle Nachrichten, Fotos, Umfragen und Besonderheiten aus Nauheim - Nauheim, Feldchen, Fischer, Bürgermeister, Flughafen, Funkfeuer, Südumfliegung, Feuerwehr

 

 

 

 

Infrastruktur

Autofahrer, Fußgänger, Radfahrer, Camper, Vereinsvertreter: Alle beanspruchen "ihren" Raum

Der Seeweg

 

Wo gehobelt wird, fallen bekanntlich Späne. Ein paar Reibungsverluste gibt es immer. Doch am Seeweg scheint die Parkplatznot bei größeren Veranstaltungen ein zunehmendes Problem zu werden.

Zu beobachten war das, als der Obst- und Gartenbauverein zu seinem Familienfest eingeladen hatte. Der Klub pflegt ein Areal, das an den Seeweg grenzt. Direkt davor gibt es zwei, drei Stellflächen.

Sind diese besetzt, stellen die Besucher ihre Autos mit einer Fahrspur auf den Waldrand. Mit der anderen ragen ihre Pkw dann auf den Seeweg.

Das geht so lange gut, bis größere Fahrzeuge Richtung Hegbachsee kutschiert werden. Dummerweise kommt es schon mal vor, dass ein Auto mit Wohnwagen diese Route einschlägt. Da soll es doch in der Nähe einen Campingplatz geben ... ;-).

Typisch deutsch
Dann aber wird es nicht nur eng, sondern auch typisch deutsch. Die einen sehen nicht ein, ihr Fahrzeug ein paar Meter weiter zu parken und sich zu Fuß zum Obst- und Gartenbauverein zu begeben. Die anderen gehen wie ein HB-Männchen in die Luft, wenn sie nicht wie gewohnt durchkommen. So manche Verbalinjurie war dort dieser Tage zu hören.

Auch einige Spaziergänger bereiten Probleme. Oder eben die Autofahrer, die sie einholen und an ihnen vorbei wollen. Die einen machen keinen Platz und pochen auf ihr Recht, bequem eine halbe Fahrspur auf Schusters Rappen einzunehmen. Den anderen geht es nicht schnell genug, obwohl sie ohnehin nicht schneller als 30 Stundenkilometer fahren dürfen. Und dann gibt es die Radfahrer, die gegen die Einbahnstraße radeln, obwohl das nicht erlaubt ist.

Vielleicht lassen sich mit Schildern einige Konflikte eindämmen. Der nächste größere Parkplatz ist nicht weit. Ein zusätzlicher Hinweis könnte womöglich helfen.

Vielleicht geht’s aber auch mit etwas mehr Vernunft bei allen Beteilgten.

Nur das nicht
Aber keinesfalls sollte ein Vorschlag verwirklicht werden, der vor Ort zu hören war: „Die Gemeinde muss endlich die Straße verbreitern“, sagte ein Autofahrer aus seinem offenen Fenster, der erst zum Schritttempo und dann zum Stehen gezwungen war.

Warum musste er abbremsen und warten? Ein anderer suchte mit seinem Opel verzweifelt einen Stellplatz, fand keinen und rauschte dann, offenbar verärgert, mit überhöhtem Tempo ab.

 

Von Rainer Beutel, exklusiv kommentiert für Nauheim-Online