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Subjektiv

Hängepartie geht weiter: Für Ältere und Gehbehinderte gibt es bislang nur eine Notlösung

Die Kluft im Rathaus

 

Die peinlichste Kluft der Gemeinde findet sich im Rathaus. Nach rund zehn Jahren, als erste Wünsche und Forderungen aufkamen, ist der Aufzug noch immer nicht gebaut.

Und das wird auch noch ein Weilchen dauern. Wenn überhaupt. Die Gemeindevertretung scheint sich damit schon irgendwie arrangiert zu haben. Es wurden Mittel zur Verfügung gestellt, die für einen barrierefreien Zugang verwendet werden – durch den Hintereingang. Zurzeit nur eine Notlösung.

Das heißt auch: Ältere Menschen, Frauen und Männer im Rollator, Kranke oder Eltern mit Kinderwagen müssen wie ein Handwerker den Boteneingang nehmen und – bis jetzt jedenfalls – noch klingeln, damit ihnen jemand öffnet.

Immer noch ein Rechtsstreit
Alle Gemeindevertreter wissen: Das Problem hängt an einem Rechtsstreit. Davon könnte sich die Kommune auch frei machen. Aber dazu müsste auch entschieden werden: Was ist uns wichtig? Vielleicht die Schwachen? Und dann erst das Pochen auf die eigene juristische Position?

Eine interessante Auffassung war kürzlich im Parlament zu hören. Lars Nitschke, neuer Gemeindevertreter der Grünen und vom damaligen Beschluss für einen Aufzug unbelastet, betonte, dass sich die Gemeinde das Geld für den Aufzug eigentlich sparen könne.

Der hintere Rampenzugang könne besser ausgebaut werden. Denn selbst mit einem Aufzug seien nicht alle Räume im Rathaus barrierefrei erreichbar.

Wie auch immer: Vielleicht kann sich die Gemeinde an Menschen ein Beispiel nehmen, die den Bürgerpreis erhalten. Die setzen sich nämlich selbstlos für Minderheiten und Schwache ein.

Die Hängepartie mit der peinlichsten Lücke geht aber leider wohl noch weiter.

 

 

Von Rainer Beutel, exklusiv kommentiert für Nauheim-Online