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Sportpark

Festgefahrene Debatte: Alle müssen unvoreingenommen an einen Tisch

Das Problemfeld

 

Die Unzufriedenheit bei der Sportpark-Debatte wächst – sowohl unter Gemeindevertretern, die bei dem Streitthema spürbar empfindlicher reagieren, als auch unter (jungen) Bürgern, die sich mehr Hilfe versprechen.

Es ist aus der Distanz schwer begreifbar, was gerade passiert. Die Ausgangsbasis ist klar: Es drohen Probleme (zu wenig Duschen) und die sollten gelöst werden, bevor sie eintreten (marodes Sportparkgebäude wird geschlossen).

Eine Lösung ist noch nicht gefunden. Da wird endlos debattiert, aber keiner geht aufeinander zu. Eine Aussage stimmte im HFA nachdenklich (und ich hoffe, dass ich das falsch verstanden habe): Ein weiteres Gespräch mit den Vereinen sei nicht nötig. Das habe es schon gegeben.

Hallo? Da kommen fast 40 junge Menschen in eine Ausschusssitzung – also gefühlt doppelt so viel wie sonst im gesamten Jahr – und die dürfen dann wieder heimkehren mit dem Hinweis, dass eigentlich schon alles von ihnen gesagt sei. Merkwürdigerweise beklagen sich die dann über andere Aussagen, die für Nauheimer Verhältnisse eigentlich harmlos waren. Das verstehe wer will.

Nur gemeinsam
Genaugenommen bedarf es einer Bürgerversammlung, zu der alle Vereine eingeladen werden, aber auch ausdrücklich all jene, die den Spaß mitfinanzieren.

Die Sportvereine sollten sagen, was genau sie wollen. Sie wollen nach einer neusten Stellungnahme zum Beispiel, dass die Gemeinde (nicht ein Investor) ein Sportparkgebäude baut. Wie das finanziert werden soll, sagen sie nicht. Sie wollen mit anpacken, aber nichts bezahlen, zumindest nicht an die Gemeinde.

Die Gemeindevertreter sollten sagen, warum sie das eine wollen und das andere ablehnen. Immer wieder entsteht der Eindruck, dass genau das abgewiesen wird, was von der anderen Seite vorgeschlagen wird. Und bitte: Es bringt nichts, wie jetzt im HFA minutenlang darzulegen, was schon einmal betont wurde.

Die Kulturvereine sollten sagen, ob sie es akzeptieren können, weitaus weniger Geld von der Gemeinde zu bekommen als die Sportvereine. Die Vereinsbezuschussung in Nauheim hinkt nämlich nach ihrer Auffassung. Die einen kriegen einen Sportpark, die anderen müssen aus der sogenannten Musikgemeinde nach Königstädten zum Musizieren fahren, weil sie die Hallenpacht nicht mehr bezahlen können. Und wieder stellt sich die Frage: Was macht in der gesamten Debatte eigentlich der Turnverein?

1060 statt 960?
Von vereinslosen Bürgern wäre ein Signal gut, ob sie bereit sind, das alles mitzufinanzieren, beispielsweise über ihre Steuern oder den Verzicht auf andere Errungenschaften. 300000 Euro für den Sportpark entsprechen rund 100 Punkte bei der Grundsteuer. Will jemand 1060 Punkte?

So viel ist klar: Es geht nur mit einem Konsens. Der scheint auf diese Weise, die bei der gegenwärtigen Parlamentsrunde durchgezogen wird, in weiter Ferne, allen Beteuerungen, man habe ja schon miteinander gesprochen, zum Trotz.

 

Von Rainer Beutel, exklusiv kommentiert für Nauheim-Online